Orth Automobile wird Seat-Händler


Artikel von der kfz-betrieb.de Zeitung

In Zeiten der Verkleinerung vieler automobiler Vertriebsnetze ist der Weg vom Händler zum reinen Servicepartner keine Seltenheit – doch es geht auch andersherum. Orth Automobile hat sich fast 70 Jahre nach seiner Gründung als Servciebetrieb entschlossen, in den Neuwagenhandel einzusteigen. Das Unternehmerehepaar Anja und Werner Orth aus dem hessischen Beselich entschied sich für Seat und baute für die spanische Marke einen ganz neuen Betrieb.

Im Neuwagenhandel sahen die Inhaber den noch fehlenden Baustein, um den Betrieb endgültig zukunftsfähig aufzustellen. „Im Sommer 2017 wurden wir gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, einen Seat-Händlervertrag zu übernehmen“, berichtet Anja Orth. „Wir waren zu dieser Zeit in den Anfängen unserer Überlegungen, wie die Zukunft der Orth Automobile in einem sich stark verändernden Markt aussehen könnte. Neben einem starken Service war der Einstieg in den Neuwagenhandel für uns der richtige strategische Ansatz.“

Orth Automobile ist bislang als Servicepartner von Mercedes-Benz und Volkswagen äußerst erfolgreich und gewann 2018 sogar den Service Award von »kfz-betrieb«. Rund 85 Mitarbeiter sind im 2013 gebauten Hauptstandort an der B49 zwischen Limburg und Weilburg beschäftigt. Zusätzlich betreiben die Orths im Altbetrieb noch eine markenoffene Werkstatt unter dem Namen Car-O.

Mit Orth schließt Seat einen Open Point in der Region. Das Team von Netzentwickler Erik Händler suchte zuerst in den Städten Limburg und Weilburg nach einem potenziellen Partner und fand Orth Automobile mehr durch Zufall. Man habe ganz schnell gespürt, dass der Beselicher Betrieb der richtige Kandidat für das spanische Fabrikat war, erläuterte Erik Händler bei der Eröffnung. „Orth hatte nicht nur das passende Grundstück, sondern auch Interesse an unserer Marke. Außerdem ist das Unternehmen für die Zukunft gewappnet, weil es die digitale Transformation bereits eingeleitet hat.“

Von der Einreichung des Bauantrags bis zur Einweihung des Seat-Showrooms dauerte es etwa ein Jahr. Rund 5.000 Kubikmeter umbauter Raum wurden ausschließlich von lokalen Firmen erstellt. Die Gesamtgebäudefläche beträgt 820 Quadratmeter, wovon jeweils 350 Quadratmeter für Showroom und Werkstatt zur Verfügung stehen. Auch einen Cupra-Store hätten die Unternehmer gerne bereits integriert – dazu kommt es vielleicht in der Zukunft noch. Sechs neue Arbeitsplätze wurden für das Seat-Engagement geschaffen, die Gesamtinvestition betrug 2,1 Millionen Euro.

Spezielle Arbeitsplätze in der Werkstatt

Interessantes Detail: Die Werkstatt dient nicht als Serviceabteilung für Seat. Die Fahrzeuge werden vielmehr in der bestehenden Werkstatt gewartet und repariert; nur die Direktannahme findet im neuen Haus statt. In der Werkstatt des Neubaus hat Serviceleiter Thomas Wagner drei spezielle Arbeitsplätze eingerichtet, die für das gesamte Autohaus gebraucht werden: eine Multifunktionsbühne für alle Fahrzeugklassen vom VW Up bis zum größten Sprinter, auf der Fahrerassistenzsysteme kalibriert und justiert werden, sowie zwei Hochvolt-Arbeitsplätze.

Beim Bau haben die Unternehmer auf Umweltverträglichkeit geachtet, etwa durch eine Waschanlage mit biologischer Wasseraufbereitung. Die Fußbodenheizung wird durch eine Wärmepumpe beschickt. Bei der Außenanlage wollen sie eine insektenfreundliche Begrünung umsetzen und sogar ein Insektenhotel einrichten.

Der Generationswechsel ist bereits eingeleitet

Der Einstieg in den Automobilvertrieb und die umfassende Digitalisierung sind zwei Aspekte des Plans „Orth 2025“. Eine weitere Maßnahme ist der Aufbau einer Führungsstruktur als Vorbereitung für den Generationswechsel. Mit Thomas Wagner als Serviceleiter und Jan Spriestersbach, dem Neffen von Anja und Werner Orth als Verantwortlichem für den Verkauf und die Marke Seat, wurde die Tür für die nächste Generation geöffnet. 

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